Archiv für Januar, 2017

Ein kurzer Überblick der Änderungen

In diesem kurzen Artikel möchte ich meine ganz persönliche Sichtweise auf die neue Version vSphere 6.5 darstellen. Viele Details bleiben dabei sicher aussen vor, zumal ich z.Z. auch keine Möglichkeit habe die Version selbst tiefer auszutesten.

Anmerkungen und Hinweise die mir wichtig erscheinen möchte ich aber kurz vorstellen. Vielleicht ergibt sich daraus auch eine interessante Diskussion.

Änderungen an den Editionen – Lizenzen

Wie bereits in meinem Artikel [vmware – neue Preise – Enterprise ist tot!] beschrieben hat vmware die Enterprise Edition gekippt. Es gibt nun nur noch vSphere Standard und vSphere Enterprise Plus als reine vSphere Lizenzen.

Ausmeiner Sicht versucht vmware die Kunden in Richtung der „vSphere with Operations Management“ Suiten zu locken. Aus rein betrieblicher Sicht macht es durchaus Sinn solch eine Plattform auch gleich mit einem geeigneten Tool zu überwachen und hier zusätzliche Überwachungsmöglichkeiten via Dashboards, Notifications und der Möglichkeit auch Applikationsüberwachung einzubeziehen. Für den Kunden der aber andere Überwachungstools besitzt und nutzt und der „nur“ vSphere benötigt ist das keine Alternative.

Für mich zeigt dieses Verhalten, dass vmware merkt das der reine Hypervisor Markt erstens „commodity“ und zweitens „multi-Hypervisor“ aufgestellt ist. Neben vmware vSphere und Microsoft Hyper-V gibt es eben auch verstärkt andere Mitspieler, die vom Funktionsumfang durchaus mitziehen können … und wer braucht wirklich jedes Feature das angeboten wird?

Wer braucht nun was? Was wird geboten?

Da der vmware Kunde nur noch die Wahl zwischen Standard und Enterprise Plus hat gebe ich hier mal mein „Empfinden“ über die beiden Editionen zum Besten, ohne jede einzelne Funktion anzusprechen.

  1. vSphere Standard

    Alle die, die den bewährten ESXi einsetzten wollen oder müssen erhalten all die bekannten Standardfunktionen wie vMotion, HA etc.
    vMotion: wird erweitert durch die sogenannte Cross-vSwitch Möglichkeit. Kurz und knapp – die vSwitche müssen nun nicht mehr gleich heißen.
    Fault Tolerance: ist nun für 2 vCPU VMs freigegeben. Wer mehr braucht braucht Enterprise Plus.
    Storage API etc.: Storage API und Multipathing sind enthalten ebenso vVOLs.

  2. vSphere Enterprise Plus

    Hier findet sich nun der „ganze Rest“ der netten Funktionen die manche brauchen, manche wollen und auf die sicher auch viele verzichten können.
    Ein paar Beispiele:
    Fault Tolerance: nun sind bis zu 4 vCPUs möglich. Bitte bedenken: Eure Infrastruktur sollte das auch mitmachen! Hosts mit genug Ressourcen und ein 10GB Netz „brauchts schon“.
    vMotion: nicht nur Cross-vSwitch, sondern auch Cross-vCenter, Long Distance und sogar Cross-Cloud sind möglich. Wenn ich nur ein vCenter betreibe interessiert mich das weniger. Alles andere würde ich sagen – ja wenn ich es brauche.
    VM-Encryption: Kann im Cloud Umfeld sicher interessant sein. In meinem lokalen und hoffentlich abgesicherten Rechenzentrum vielleicht weniger interessant. (siehe dazu das vmware Whitepaper zur VM Encryption performance ).
    DRS: Das ist das Feature was mich persönlich am ehesten reizen würde die Enterprise Plus zu kaufen. Hab ich mehrere ESXi Hosts und viele VMs arbeitet DRS diskret im Hintergrund und sorgt für ein gutes Load-Balancing meiner Umgebung, besonders nach einem HA Fall ein sehr nützliches Werkzeug!

Als kurzes Zwischen-Fazit fehlt mir DRS in der Standard Edition! Leider ist dieses altbewährte und nützliche Feature immer noch auch die Enterprise Plus beschränkt. Früher konnte man das über den Zwischen-Schritt Enterprise erhalten. Schade!

Erweiterte oder Neue Funktionen

Diese sind wie immer fast ausschließlich der Enterprise Plus Edition vorbehalten oder sogar nur mittels des erweiterten „Operations Management“ via vOps möglich.

Ein ganz wichtiger Punkt: Es gibt nur noch den WebClient! Das ist logisch und konsequent. Aus meiner Sicht gut und richtig und mit den Performance Verbesserungen wohl auch aus dieser Sicht akzeptabel. Der Update Manager ist nun auch vollständig intergiert und ebenso in der vCenter Appliance enthalten.

Hier ein paar weitere Beispiele:

OpenStack: Wer OpenStack nutzen will kann dieses nun tun, Enterprise Plus vorausgesetzt und extra zu bezahlen. Aus meiner Sicht vom Markt gefordert aber nicht wirklich gewollt.
Container: Auch hier – Ja ist möglich aber nur in der Enterprise Plus Edition (allerdings enthalten und nicht extra zu zahlen.
vCenter HA und Appliance Migration Tool: Gibt es für „Alle“ und zeigt mir das die Tage der Windows vCenter Version gezählt sind.
VM Encrytion: Hatte ich schon angesprochen. Gerade im Public Cloud Bereich eine wichtige zusätzliche Sicherheitsfunktion.
NVIDIA GRID vGPU: 2D oder 3D Performance in einer VM ist sicher im VDI Umfeld hier und da eine prima Sache. Auch wider nur für Enterprise Plus verfügbar aber auch sehr speziell.
Predictive DRS: Durch das Nutzen der erweiterten Performance Management Möglichkeiten von vOps eine tolle Idee! Das macht absolut Sinn und ist eine logische Folge aus einem guten System Management.
Proactive HA: Hier wird der „Gesundheitszustand“ des ESXi Hostes ausgewertet und im Falle bestimmter Events ein Proactives HA, das heißt eigentlich ein DRS angestoßen (deswegen auch nur in der Enterprise Plus mit DRS – meine Meinung). Hier bitte auf Hersteller CIM Agent achten, denn die liefern über die spezifischen Sensoren Infos über Wärme, Lüfter etc..

… und vieles mehr.

Fazit

Ich hoffe diese kurze Übersicht hilf dem einen oder anderen die Neuigkeiten von vSphere 6.5 einzusortieren und vor allem zu entscheiden welche Edition man anbietet oder nutzen will. Außerdem schadet es nichts auch mal zu schauen was andere Hersteller so anbieten 🙂 . vmware ist nicht mehr allein am Markt und viele ehemals alleinstehende Funktionen gibt es auch bei anderen Lösungsanbietern.

Mir fehlt der Schritt DRS auch in der Standard Edition anzubieten. Das ganze basiert auf dem bewährten vMotion und ist für IT Verhältnisse „steinalt“ aber sehr sehr nützlich.

Alles was ich aufgeführt habe kann man sehr schön auf der vmware Webseite nachsehen.